Einleitung: Wollust im Spannungsfeld von Philosophie, Kunst und Gesellschaft
Die Podcast-Episode „Schallwelten“ von Alfred und Johannes Huber, gemeinsam mit Christoph Campestrini, widmet sich einem der ältesten und zugleich faszinierendsten Themen der Menschheitsgeschichte: der Wollust.
Was im Mittelalter noch als Todsünde galt, ist heute ein Begriff, der zwischen Tabu, Inspiration und Erfahrung pendelt und dadurch eine erstaunliche kulturelle Wandlungsfähigkeit offenbart.
Während die einen Wollust als Antrieb künstlerischer Schöpfungskraft begreifen, sehen andere in ihr eine Gefahr des Maßlosen. Genau in diesem Spannungsfeld bewegen sich die drei Sprecher: Sie nähern sich dem Thema aus philosophischer, kunsthistorischer und persönlicher Perspektive – und eröffnen so einen vielschichtigen Diskurs über Ekstase, Maß und Menschlichkeit, der weit über moralische Kategorien hinausreicht.
Einleitung: Wollust im Spannungsfeld von Philosophie, Kunst und Gesellschaft
Die Podcast-Episode „Schallwelten“ von Alfred und Johannes Huber, gemeinsam mit Christoph Campestrini, widmet sich einem der ältesten und zugleich faszinierendsten Themen der Menschheitsgeschichte: der Wollust.
Was im Mittelalter als Todsünde galt, ist heute ein Begriff, der zwischen Tabu, Inspiration und Erfahrung pendelt.
Die drei Sprecher nähern sich dem Thema aus philosophischer, kunsthistorischer und persönlicher Perspektive – und eröffnen damit einen tiefgründigen Diskurs über Ekstase, Maß und Menschlichkeit.
1. Wollust als philosophisches Prinzip: Zwischen Dionysos und Apollon
Nietzsches Theorie des Dionysischen und Apollinischen
Christoph Campestrini greift auf Friedrich Nietzsches zentrale Begriffe zurück:
Das Dionysische steht für Leidenschaft, Rausch und Ekstase – das Apollinische für Maß, Struktur und Klarheit.
Wollust ist, so Campestrini, der Inbegriff des Dionysischen – sie sprengt Grenzen und lässt uns im Moment aufgehen.
Künstlerische Balance finden
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Tschaikowsky verkörpert das Rauschhafte – emotional, überwältigend.
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Strawinsky steht für Struktur und Intellekt.
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Mozart und Bach vereinen beide Pole: Leidenschaft und Maß.
💡 Tipp für Kreative:
Hinterfragen Sie, wo in Ihrem Schaffen das Rauschhafte dominiert – und wo Struktur Halt gibt. Die Synthese beider Kräfte schafft große Kunst.
2. Wollust im Wandel der Zeit: Von der Todsünde zum Lifestyle
Historischer und gesellschaftlicher Kontext
Johannes Huber zeigt, wie sich das Bild der Wollust verändert hat:
Vom Sündenbegriff der Kirche über den moralischen Diskurs der 1970er bis hin zu einer Gegenwart, die von Sexualisierung, Konsum und Körperkult geprägt ist.
Vom Lateinischen „luxuria“ zur modernen Lust
Ursprünglich bedeutete luxuria nicht nur sexuelle Ausschweifung, sondern auch Üppigkeit und Maßlosigkeit.
Bei Augustinus wird sie zur Sünde, bei Dante zur tragischen Schwäche.
Heute spiegelt sie sich in Konsumexzessen und Schönheitsidealen wider.
💭 Reflexion:
Wo überschreiten wir selbst das Maß – sei es in Genuss, Arbeit oder Konsum?
Welche alten moralischen Muster prägen noch immer unser Denken über Lust und Freiheit?
3. Wollust in der Musik: Klanggewordene Ekstase
Musik wird in der Episode als Spiegel der menschlichen Emotionen verstanden – besonders der Lust, Sehnsucht und Leidenschaft.
Beispiele aus der Musikgeschichte
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Robert Schumann – „Dichterliebe“: Zwischen Sehnsucht und Schmerz.
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Alexander Skrjabin – 3. Symphonie („Wollust“): Klangliche Verschmelzung von Sinnlichkeit und Ekstase.
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Richard Strauss – „Salome“: Die gefährliche Verbindung von Erotik, Macht und Tabu.
🎧 Empfehlung:
Hören Sie bewusst Musik, die Leidenschaft und Maß auslotet – und reflektieren Sie, welche Emotionen sie in Ihnen weckt.
4. Die Schattenseite der Wollust: Macht, Missbrauch und Moral
Wollust ist nicht nur Lust – sie hat auch eine gesellschaftliche und politische Dimension.
Historische und aktuelle Beispiele
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Kirche und Macht: Lust, Schuld und Unterdrückung als Instrumente religiöser Kontrolle.
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Michael Jackson: Die Schattenseite von Ruhm, Begehren und Machtmissbrauch.
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Strauss’ „Salome“: Sinnlichkeit als Skandal und gesellschaftlicher Spiegel.
⚖️ Aufforderung:
Reflektieren Sie, wie Macht und Lust in Gesellschaft, Kunst und Religion verflochten sind.
Sensibilisieren Sie sich für Grenzüberschreitungen – im Privaten wie im Öffentlichen.
5. Fazit: Wollust als menschliche Urkraft zwischen Gefahr und Inspiration
Die Podcast-Episode „Schallwelten“ zeigt eindrücklich:
Wollust ist mehr als ein Tabu.
Sie ist ein Spiegel des menschlichen Daseins – zwischen Trost, Gefahr und schöpferischer Energie.
Zentrale Erkenntnisse
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Balance finden: Zwischen Leidenschaft und Maß.
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Kunst als Reflexionsraum nutzen: Musik, Literatur und Kunstwerke als Zugang zur eigenen Sinnlichkeit.
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Gesellschaftliche Strukturen hinterfragen: Lust ist nie nur privat – sie ist immer auch politisch.
Weiterführende Inspiration
🎧 Podcast:
👉 „Schallwelten“ – mit Alfred & Johannes Huber und Christoph Campestrini
📚 Literaturtipps:
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Friedrich Nietzsche – Die Geburt der Tragödie
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Augustinus – Bekenntnisse
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Oscar Wilde – Salome
🎵 Musikempfehlungen:
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Robert Schumann – Dichterliebe
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Alexander Skrjabin – 3. Symphonie („Wollust“)
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Richard Strauss – Salome
Schlussgedanke
„Gut zuhören, nichts überhören – die Musik ist es wert.“
Tauchen Sie ein in die Welt der Wollust zwischen Ekstase und Maß – mit offenen Ohren, wachem Geist und der Bereitschaft, die Ambivalenz des Lebens zu umarmen.